| Aus wissenschaftlicher Sicht enttäuschen
Tiere als Therapiehelfer
Für tiergestützte Therapien fehlen bis heute wissenschaftliche
Belege der Wirksamkeit. „Ich kenne nur eine einzige Behandlungsform,
die im Langzeiterfolg einer strengen wissenschaftlichen Überprüfung
standhielt: die Hippotherapie im Sinne von Krankengymnastik auf dem
Pferd“, sagt Privatdozent Dr. Erwin Breitenbach in der Apotheken
Umschau. Der Psychologe am Institut für Sonderpädagogik der
Universität Würzburg hat in Zusammenarbeit mit dem Tiergarten
Nürnberg die Delphintherapie untersucht. An der Studie nahmen 118
Kinder zwischen fünf und zehn Jahren mit Autismus, Down-Syndrom
und anderen schweren Behinderungen teil. Die Therapeuten, welche die
Kinder betreuten, stellten keine Veränderungen fest. Positiver
beurteilen viele Eltern die Ergebnisse. Breitenbach akzeptiert dies
auch: „Schließlich fühlen sie sich besser, wenn sie
ihr Kind beim Spiel mit dem Delphin ganz anders erleben als sonst: freudig,
aktiv und konzentriert.“ Andere Experten stimmen Breitenbach zu
und verlangen mehr Forschung auch zu anderen „tiergestützten
Therapien“. Der Begriff ist nicht geschützt und kann auch
von Anbietern genutzt werden, die lediglich auf einer modischen Welle
mitschwimmen und damit viel Geld verdienen.
Quelle: Apotheken Umschau 3/2007 A
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