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Schielen ohne Silberblick

Warum Kleinkinder auf jeden Fall einmal zum Augenarzt sollten

Kleinkinder schielen teilweise so unauffällig, dass es selbst aufmerksame Eltern nicht bemerken. Um die Doppelbilder zu unterdrücken, die auch aus leichtem Schielen resultieren können, schaltet das Sehzentrum des Gehirns ein Auge komplett ab. „Obwohl es einwandfrei funktioniert, wird es quasi vom Netz genommen“, erklärt Professor Walter Konen, Leiter der Abteilung Schielbehandlung an der Augenklinik der Universität Köln in der Apotheken Umschau. Kinder, deren Schielen nicht behandelt wird, entwickeln daher ein schwachsichtiges Auge. Zudem ist ihre Fähigkeit zu räumlichem Sehen beeinträchtigt. Da diese Entwicklung bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres einsetzt, sollten Eltern auch mit vermeintlich unauffälligen Kindern zum Augenarzt gehen. Behandelt wird, indem die Fehlsichtigkeit mit einer Brille korrigiert wird, sowie durch Abkleben: Jeden Tag für mehrere Stunden muss das gute Auge per Pflaster abgedeckt werden, um das schwächere zu fordern. Diese Therapie verlangt viel Disziplin von den Kindern, doch die Erfolgsquote ist sehr hoch. Schielen ist in Deutschland verhältnismäßig häufig. „In jedem Geburtsjahrgang schielen etwa sieben Prozent der Kinder“, sagt Professor Konen.

Quelle: Apotheken Umschau 2/2007 B